Religion und Spiritualität in Japan

Jeder, der sich intensiver mit Japan befasst und auch längere Zeit dort gelebt hat, weiss, dass Religion im allgemeinen ein ziemlich schwieriges Thema ist. Religion (und Spiritualität) wird in Japan genau als das angesehen, was es eigentlich sein sollte: Absolute Privatsache.
Die meisten Japaner verstehen z.B. das Konzept nicht, sich zu einer Religion bekennen zu müssen.

Viele Handlungen, welche in anderen Ländern oder Kontinenten ganz klar unter „Religion“ fallen, werden in Japan z.B. durch korrekte Etikette und das zwischenmenschliche Verhalten abgedeckt.

Gerade im Bereich der japanischen Kampfkünste (im Westen) stösst man oft auf viel Merkwürdiges.
Da werden Shintô-Schreine aufgestellt, ohne die geringste Ahnung zu haben, was das eigentlich soll. Die Budôka „wissen“ einfach: Ah, davor muss ich mich halt verbeugen. Das ist selten ihre eigene Schuld, aber die ihrer Lehrer, die auch kein vertieftes Wissen darüber erworben haben.
Oder es wird komplett auf jegliche Zeremonie oder Etikette verzichtet in der Annahme, sich so besser „auf das Wesentliche“ konzentrieren zu können.

Mitglieder von authentischen Koryû haben hier vermutlich den besten Zugang, da Spiritualität (im weitesten Sinne und verschiedenen Formen) integraler Bestandteil der Lehren vieler dieser Schulen ist.

Über das Thema liesse sich noch vieles sagen, aber neulich bin ich auf einen schönen Blog-Beitrag gestossen, der es sehr gut zusammenfasst (allerdings ohne den Budô-Aspekt).

Why Japanese Spirituality and Religion Is, and Isn’t, Part of Life

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