Richtungsänderung…

Ich trainiere nun schon relativ lange Iai (inklusive einem mehrjährigen Unterbruch) und mein Interesse an Japan nimmt noch immer stetig zu… Eigentlich könnte man ja meinen es kommt zu einem leichten Ermatten des Interesses, nachdem man sich die vergangenen 20 Jahre so stark damit befasst hat. Weit gefehlt!

Ich muss allerdings gestehen, dass mir mein „Allem-auf-den-Grund-gehen-wollen“ auch etwas im Weg stehen kann. Gerade in den letzten paar Jahren habe ich mich intensiv mit der Musô Jikiden Eishin-ryû auseinandergesetzt. Und dabei habe ich immer mehr das Gefühl bekommen, dass mir irgendetwas fehlt… die Auseinandersetzung mit einem Gegner. Im Iai gibt es natürlich durchaus „Gegner“ in Form des Kasô Teki (dazu habe ich hier schon geschrieben). Nur leider ersetzt dies nie ein Gegenüber aus Fleisch und Blut.

Die Musô Jikiden Eishin-ryû hat eigentlich einen relativ grossen Anteil an Kumitachi. Nur leider werden diese offenbar immer weniger (oftmals gar nicht) unterrichtet. Mir ist klar, dass es häufig auf die Gruppen oder Organisationen ankommt, ob Kumitachi gelehrt werden oder nicht. Aber selbst dort wo sie gelehrt werden kommt das Gefühl auf, sie seien ein ZUSATZ zum üblichen Iai-Training. Eine Gleichberechtigung findet eigentlich nicht statt.

Auf jeden Fall habe ich mir viele Gedanken gemacht.  

Durch eine interessante Begebenheit kam ich vor kurzem in Kontakt mit dem Europa-Vertreter der Hokushin Ittô-ryû. Aufgrund der Umstände der Kontaktaufnahme bin ich fast versucht zu sagen, diese war wohl „schicksalhaft“. 😉

Die Hokushin Ittô-ryû stellt eine der letzten Schulen dar, die auf der Ittô-ryû und deren Prinzipien aufbauen. Gegründet wurde sie 1821 in Edo. Ich hielt die Bakumatsu-Periode schon immer für eine der interessantesten der japanischen Geschichte und gerade die Hokushin Ittô-ryû hatte einen grossen Anteil an den Geschicken dieser Zeit.

Die Schule besteht aus den drei Stufen Shoden, Chuden und Okuden in welchen Kenjutsu (Kumitachi), Battôjutsu und Naginatajutsu unterrichtet wird. Die Lehrmethoden der Schule sind sehr schlüssig und auf das Wesentliche reduziert, was mir persönlich sehr entspricht.

Während einem verlängerten, intensiven Wochenende in München durfte ich die Schule bei Markus Lösch kennenlernen und seine Begeisterung ist auf mich übergesprungen! Die Schule atmet wahrlich den Geist der Bakumatsu-Periode…

Wie geht es nun weiter? Ich werde mit Hilfe von Markus Lösch und Ôtsuka-sensei versuchen, die Hokushin Ittô-ryû in der Schweiz zu etablieren. Das wird spannend werden! Als Familienvater habe ich leider nicht unbeschränkt Zeit zur Verfügung, weswegen ich die Eishin-ryû ad acta legen muss.

Den Blog hier werde ich weiterführen, denn Gedanken rund um das Schwert werde ich mir weiter machen!  Der Fokus, welcher bisher fast ausschliesslich auf dem Iai lag, wird sich aber entsprechend verschieben.

Hier der Link zum Chiba-Dôjô in München, der europäischen Vertretung des Hokushin Ittô-ryû Hyôhô: http://www.hokushinittoryu.com/

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